Inspirierende Arbeitswelt

Text: Michael Wyss | Bilder: zVg

Text: 

Rosalie Manser
 | Bilder: Béatrice Devènes, Nina Luca Schwab

Nirgendwo ist es leichter, Teil einer kreativen Gemeinschaft zu werden, als in ­einem ­Co-Working-Space. Vor Kurzem hat der Schweizerische Gemeinnützige ­Frauenverein «sgf Bern» mitten in Bern an der Zähringerstrasse eine neue Co-Working-Welt ­realisiert.

Unsere Arbeitswelt verändert sich: Vieles wird digital, zahlreiche Jobs werden heute von Freiberuflern und Selbständigen erledigt. Kein Wunder also, sind Co-Working-Spaces vor allem in urbanen Gebieten sehr gefragt. An der Berner Zähringerstrasse bietet seit November der Schweizerische Gemeinnützige Frauenverein «sgf Bern» ebenfalls solche flexible Arbeitsplätze an. ­Rahel Schwab, «sgf Bern»-Geschäftsführerin, spricht im Interview über ihr neues Angebot.

Wie kam es dazu, dass Sie nun Co-Working-­Spaces anbieten?

Rahel Schwab: Die Wohnsiedlung Zähringer wurde 1956 von der Berner «sgf»-Sektion gebaut. Eine Frischkur war also längst überfällig. Der neue, moderat sanierte «Zähringer» soll ein Projekt für bezahlbares und zentrales Wohnen für Frauen ab 60 Jahren werden. Er soll sich aber auch zu einem lebendigen und vielfältigen Begegnungsort in der Länggasse entwickeln. Wir vermieten dazu einen rollstuhlgängigen Tagungsraum und offene Arbeitsplätze. Beide Räume sind über einen separaten Eingang zugänglich und können von externen Personen, der Quartierbevölkerung, von Vereinen und Organisationen gemietet werden.

Die Kombination von Wohnungen, die hauptsächlich von Frauen im Alter ab 60 Jahren bewohnt werden und jungen Freelancer*innen, die auf demselben Areal ihr Start-up aufbauen, scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich.

Wir wünschen uns, dass die renovierten Liegenschaften an der Zähringerstrasse ein Begegnungsort für verschiedene Generationen werden, der spannend und inspirierend für alle Beteiligten ist. Die Arbeitsplätze und der Tagungsraum sollen das Haus beleben und einen neuen Treffpunkt im Quartier schaffen. Das Projekt ist in seiner neuen Form ein wegweisendes Beispiel für die Integration von Alterswohnungen in innerstädtischen Quartieren.

Weshalb ist diese Überbauung der perfekte ­Arbeitsort für Freischaffende?

Mit der Nähe zur Uni Bern und zum Hauptbahnhof ­erschien uns dieser Standort geradezu ideal für das ­Angebot von offenen Arbeitsplätzen.

Eine Umnutzung gestaltet sich oft schwieriger als das Bauen auf der grünen Wiese.

Die stilistischen 50er-Jahre-Elemente des Gebäudes, die den spezifischen Charme ausmachen, wurden aufgefrischt. Die Öffnung ins Quartier wurde durch Abriss und Neubau eines modernen Mitteltraktes möglich. In diesem befinden sich sowohl das Co-Working-Angebot als auch der Tagungsraum. Mit dieser räumlichen Weiterentwicklung öffnet sich die Liegenschaft ins Quartier und lädt die Quartierbevölkerung ein, vielfältige Aktivitäten zu gestalten und Angebote im Haus zu nutzen.

Wurde in Sachen Materialisierung und ­Innenausstattung auf irgendetwas besonderes ­Augenmerk gelegt?

Wir haben die Räume wohnlich, bequem und mit möglichst nachhaltigen Materialen, teils Vintage-Designmöbeln, bestückt. Die Arbeitsplätze sind so eingerichtet, dass wir auch selbst Lust hätten, dort oft und lange zu arbeiten.

In Uni- und Hauptbahnhofnähe hat der «sgf Bern» moderne und funktionale Co-Working-Spaces realisiert.

Was bedeutet das konkret?

Wir haben bei der Auswahl der Möbel Augenmerk auf die Hochwertigkeit und auf solides Design gelegt. Der Raum ist funktional eingerichtet und bietet vier Arbeitsplätze, eine Sitzecke und einen Druckerraum. Wir werden die Infrastruktur nach den Bedürfnissen der Menschen, welche die Räume bespielen, laufend anpassen und sind gespannt, wohin die Reise geht.

Lassen wir die Fantasie ein wenig ­schweifen: ­Welchen Hintergrund könnten künftige ­Mieter*innen mitbringen?

Potenzielle Mieter könnten beispielsweise zwei Baslerinnen sein, die zweimal wöchentlich in Bern im Archäologischen Institut Termine wahrnehmen müssen und vorher und nachher bei uns arbeiten. Und dann ist da noch dieses junge Gründerpaar, das sich noch keine Infrastruktur leisten kann. Ihr neues Produkt ist revolutionär und wir sind gespannt, wohin es die beiden bringt. Wir denken weit und freuen uns, sie in ihrer Startphase mit unserem Co-Working unterstützen zu können.

Arbeit ist das Eine. Den Charme eines ­attraktiven Co-Working-Space machen aber nicht ­zuletzt auch Community-Angebote mit Café oder ­Ähnlichem aus.

Der Raum «ZÄ» und das Co-Working «ZÄ» können gemeinsam gemietet werden, was sich beispielsweise für Workshops anbietet. Abgerundet wird das Konzept mit dem Restaurant Hallers Brasserie tout le monde, ein professionell geführter, sozialer Betrieb.

Wie viel kostet ein Co-Working-Arbeitsplatz im Monat?

Die Preise sind noch nicht festgelegt. Aber wir wünschen uns, dass die Quartierbewohner die Angebote im Haus nutzen. Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der mit dem Zähringer bezahlbaren Wohnraum in der Stadt geschaffen hat.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

www.sgfbern.ch

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