Die kunterbunte Schönstaub-Wirblerin

Text: Interieur

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Rosalie Manser
 | Bilder: schoenstaub.com

Die Zürcherin Nadja Stäubli arbeitet als Fotografin, ist Mutter und hat sich mit Schönstaub eine Marke aufgebaut, die über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Ihr Repertoire umfasst Strandtücher, Decken, Kissen, Seifen – und natürlich Teppiche, denn mit ihnen fing alles an.

Nadja Stäubli, Ihr Label Schönstaub besticht durch freche, fast schon skurril anmutende Designs und überraschende Farbkombinationen. Existiert eine Farbe, die Ihnen nicht auf den Teppich oder aufs Kissen kommt?

Nadja Stäubli: Generell bin ich für alle Farben offen. Eingeschränkt wird unsere kunterbunte Kreativität lediglich dann, wenn die Ideen produktionstechnisch nicht umsetzbar sind. Aber das ist nur selten der Fall. Unsere Teppiche werden alle mit acht Farben gewoben. Durch das Mixen der Fasern lassen sich mit diesem Oktett beinahe sämtliche Farben herstellen.

Wie kamen Sie dazu, Teppiche zu kreieren?

Die Idee dazu entwickelte ich 2012 für meine Bachelorarbeit im Modul «Kunst und Technik». Die Kombination von altem Handwerk, Kreativität und den technischen Möglichkeiten, die eine Webmaschine heute hergibt, faszinierten mich. Im Interiorbereich sind Teppiche elementare Teile für eine stimmige, moderne Einrichtung.

Charakteristisch für Ihr Label Schönstaub sind die fotorealistischen Sujets auf Ihren Badetüchern, Decken, Kissen und Teppichen. Welche Technik wenden Sie an, damit die gewobenen Leoparden, Schlangen und Teleskopbilder so täuschend echt aussehen? 

Unsere Produktpalette umfasst sehr viele Techniken: Stickerei, diverse Webtechniken, Druck oder auch Keramik. Dazu arbeiten wir mit den besten Produzentinnen und Handarbeitern für die jeweiligen Kreationen zusammen. Qualität hat einen super hohen Stellenwert bei Schönstaub.

Bunt wie ein Regenbogen sind die Kreationen von Schönstaub. 

Was muss für Sie ein Teppich haben, damit er vom stiefmütterlich behandelten Staubfänger zum zentralen Hingucker wird?

Bei uns sind natürlich ganz klar die Designs, die Farben und die hochauflösende Webtechnik besondere Alleinstellungsmerkmale. Aber meiner Meinung nach kann man auch mit dezenteren Objekten ein modernes Interior gestalten. Es kommt immer auf die Kombination von Möbeln, Kunst und anderen Accessoires im Raum an. Es bedarf aber sicher eher mutige Personen, die sich für «laute» Teppiche entscheiden.

Einen eigenen Brand aufzubauen, bringt viel administrative Arbeit mit sich. Finden Sie dabei überhaupt noch Zeit, eigene Designideen in Schönstaub einfliessen zu lassen?

Dieses Jahr feiern wir mit Schönstaub das Zehnjahrjubiläum. In dieser Zeit habe ich Schritt für Schritt unterschiedliches Know-how mit ins Boot geholt und kann jetzt auf ein super Team zählen. Dadurch finde ich genügend Zeit für das, was ich am liebsten tue, nämlich neue Designs zu kreieren.

Dann sind Sie jemand, der gut delegieren kann?

Das ist ein Prozess, den man lernen muss, wenn man Erfolg haben will. Bei Schönstaub wird Brainstorming, Design, Kreation, Produktion, Finanzierung, Administration, Buchhaltung, Vermarktung, Verkauf und Logistik alles in house gemacht. Das wäre vom Umfang und den Anforderungen her unmöglich als Einzelperson zu stemmen. Glücklicherweise hat es in meinem beruflichen Rucksack neben dem Kunststudium auch noch eine KV-Lehre. Diese Kombination von kreativem, aber auch kaufmännischem Wissen hat mir den Anfang sicher erleichtert.

Typisch für Schönstaub sind die fotorealistischen Sujets.

Neben Schönstaub arbeiteten Sie in den Gründungsjahren auch noch als Fotografin und DJ. Gehen Sie diesen Leidenschaften auch heute noch nach?

Die Fotografie ist immer noch ein riesiger Bestandteil meines Lebens, die Musik natürlich auch. Aber seit ich Mutter bin und Schönstaub habe, fehlt mir leider die Zeit, um noch als DJ zu arbeiten.

Mittlerweile gehören auch Kleider, Porzellan oder Küchenutensilien zu Ihrem Repertoire. Welchen Produkten setzen Sie als nächstes den Schönstaub-Stempel auf?

Momentan arbeiten wir an einem Rebranding für das ganze Label und konzentrieren uns auf diese internen Prozesse, zu denen ich noch nichts verraten möchte. Zudem wollen wir unseren «Studio Service» weiter ausbauen und vermehrt mit Hotels und Läden zusammenarbeiten.

Und welches Stück ist Ihr persönlicher Schönstaub-Liebling?

Uff, das ist eine sehr schwierige Frage. Das wechselt alle paar Monate. Momentan ist mein Liebling aber das grosse Bodenkissen, das kürzlich auf den Markt kam.

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